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Earle Brown

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Amerikanischer Komponist, geboren am 26. Dezember 1926 in Lunenberg, Massachusetts. Als Komponist war er vor allem von der europäischen Musik beeinflusst. Seine beweglichen, meist grafischen Partituren wurden erstmals 1954 in Europa von David Tudor bei den Darmstädter Sommerkursen bekannt gemacht.



Das Notationsprinzip der sogenannten "offenen Form" war sein wichtigster Beitrag zur Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Es beeinflusste nicht nur seine Freunde und Kollegen im New York der 1950er und 1960er Jahre, sondern hatte auch später grossen Einfluss auf jüngere europäische und US-amerikanische Komponisten wie John Zorn und in einigen früheren Werken und Karlheinz Stockhausen.

 

Zuerst war Brown Trompeter in einer Marching Band und dann in einer Jazz Big Band. An der High School leitete er sein eigenes Jazzensemble, und spielte in der Armee an der Seite von Zoot Sims. Später kam er mit Jazzmusikern wie Ornette Coleman, Eric Dolphy, Jimmy Giuffre, Gerry Mulligan und Bob Brookmeyer in Kontakt.

 

An der Northeastern University studierte Earle Brown 1944/45 Mathematik und Ingenieurtechnik. Er wurde ein Anhänger des in Russland geborenen Musiktheoretikers und Mathematikers Joseph Schillinger, der ihn als serieller Komponist stark beeinflusste.

 

Weil seine erste Frau Carloyn von der Cunningham Dance Company als Gasttänzerin eingeladen wurde, lernte Brown via Merce Cunningham den Komponisten John Cage kennen. Der Kontakt vertiefte sich als Carolyn Brown festes Mitglied der Company wurde.

 

Dazu arbeitete Brown an Cages Werken "Project For Music For Magnetic Tape" (1952-1955) und "Octet For 8 Loudspeakers" mit. Mit John Cage, Morton Feldman und Christian Wolff zählte Earle Brown zur so genannten New York School. Die New York School war allerdings in erster Linie eine Gruppe amerikanischer Maler und Dichter.

 

Die Gruppe hatte sich Anfang der 1940er Jahre in New York City gebildet. Als wichtige Vertreter der ersten Generation gelten Arshile Gorky, Hans Hofmann, Adolph Gottlieb, Willem de Kooning und Jackson Pollock. Die Komponisten Brown, Cage, Feldman und Wolff liessen sich von dieser Kunstrichtung inspirieren. Die Musik der vier New York School-Vertreter wurde später auf den drei CDs "The New York School" (hat ART, 1992), "The New York School 2" (hat ART, 1994) und "The New York School 3" (hat ART, 1995) miteinander verglichen.

 

Ab Anfang der 1950er Jahre entstanden Browns wichtigste Werke wie das mehrteilige Stück "Folio" (1952/53), "25 Pages" (1953) für ein bis 25 Pianos, "Available Forms 1 And 2" (1961/62), "Novara For Ensemble" (1962), "Corroboree For Three Pianos" (1964), "String Quartet" (1965), "Calder Piece" (1966) sowie "Modules 1-3" (1966-1969) und "Cross-Sections And Colour Fields" (1972-1975), beide für grosse Orchester.

 

Neuere Werke stellten "Tracking Pierrot" (1992) und "Folio II" (1970-1993) dar. Seine Kompositionen erschienen auf rund 30 Schallplatten. Von 1960 und 1973 war er künstlerischer Leiter der "Contemporary Sound"-Serie des Labels "Time Mainstream Records". Im Rahmen dieser Serie erschienen Werke von 19 Komponisten aus 16 Ländern.

 

Darunter fand sich Musik von Ives, Cage, Nono, Stockhausen, Berio, Maderna und Xenakis sowie die ersten kommerziellen Aufnahmen von Scelsi, Wolff und Bussotti. Das Label "Wergo" gab sämtliche 16 Alben in Form von sechs Box-Sets später noch einmal heraus. Während dieser Zeit arbeitete er auch mit Pionieren der zeitgenössischen Musik zusammen.

 

Dazu gehören auch die Formationen Musica Elettronica Viva, AMM oder der Sonic Arts Union. Von 1984 bis 1989 war er Co-Leiter der Fromm Music Foundation. Er vergab Aufträge für neue Werke an Henry Brant, Luciano Berio, John Cage, Ornette Coleman, David Lang, Alvin Lucier, Tod Machover, Steve Mackey, Steve Reich, William Susman, James Tenney und Joan Tower.

 

Parallel dazu war Brown von 1986 bis 1989 Präsident der Non-Profit-Organisation American Music Center. Earle Brown starb am 2. Juli 2002 76-jährig in Rye, New York.                                    02/25

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