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Giacinto Scelsi

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Italienischer Komponist und Dichter, geboren am 8. Januar 1905 in La Spezia als Conte Giacinto Francesco Maria Scelsi d’Ayala Valva. Er war immer bemüht, keine Details über sein Leben in die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Er stammte aus einem altem süditalienischem Adelsgeschlecht. Seine frühen Jahre sind nur bruchstückhaft bekannt.



Als Kind lernte er vermutlich autodidaktisch Klavier zu spielen: In seiner späten Jugend studierte er Komposition und Harmonielehre bei Giacinto Sallustio in Rom. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre ging er nach Paris, führte das Leben eines Dandys in Paris und London und heiratete eine englische Adelige aus der Verwandtschaft des britischen Königshauses.

 

Das Paar trennte sich beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Er hatte engen Kontakt zum Kreis der französischen Surrealisten um Paul Éluard, Salvador Dalí und Henri Michaux. Anfang der 1930er Jahre studierte er beim Skrjabin-Anhänger Egon Köhler in Genf und 1935/1936 Zwölftontechnik bei dem Schönberg-Schüler Walter Klein in Wien.

 

In der zweiten Hälfte der 1940er Jahre setzte bei Giacinto Scelsi eine psychische Krise ein, die zu einem längeren Aufenthalt in einem Schweizer Sanatorium führte. In der Zeit zwischen 1947 und 1952 stellte er das Komponieren ein. 1952 liess er sich endgültig in Rom nieder. Danach kehrte seine Schaffenskraft zurück.


Um das 50. Lebensjahr begann er seinen persönlichen Stil zu entwickeln. Er lebte zurückgezogen. Seine Musik fand zunächst wenig öffentliche Aufmerksamkeit. Erst in den 1980er Jahren kam es zu Aufführungen seiner Musik. Zudem setzte eine rege Diskussion um seine Musik ein. Scelsi starb am 9. August 1988 83-jährig in Rom.

 

Er hinterliess ein eigenwilliges Werk, das nicht in die zeitgenössischen Strömungen der Moderne passt. Seine Werke widersprechen der europäischen Tradition der gängigen Kompositionspraxis und fussen weder auf traditionellen Satztechniken noch besitzen sie eine Nähe zu Konzepten der musikalischen Moderne.

 

Er entwickelte eine Vorstellung vom sphärischen Klang, die er durch mikrotonale Elemente in seiner Musik umzusetzen versuchte. Zudem verabscheute er das Aufschreiben seiner Werke. Viele Werke entstanden daher in einer Art intuitiver Improvisation, die er auf dem Klavier oder einer Ondioline, einem frühen elektronischen Musikinstrument, spielte.

 

Diese Improvisationen schnitt Scelsi auf Tonband mit und liess sie anschliessend in Noten übertragen. In seinem Nachlass fanden sich mehr als 900 solcher Tonbänder, die zu einem Grossteil bis heute noch nicht untersucht wurden. Scelsis Werke wurden auf fast 100 Schallplatten verewigt.

 

Im Laufe der Jahre kamen immer wieder neue Veröffentlichungen dazu. Das Label "Stradivarius" begann 2007 die Werke zu einer mehrteiligen Serie unter dem Titel "Collection" zusammenzufassen. 2017 war diese Serie bei "Vol. 8" angelangt. Das selbe Label veröffentlichte dazu auch weitere Aufnahmen mit Musik von Scelsi.                                      02/25

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