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Howard Skempton

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Englischer Komponist und Pianist, geboren am 31. Oktober 1947 in Chester, Chesire. 1967 begann er zu komponieren und zog nach London, um bei Cornelius Cardew Komposition zu studieren. Zusammen mit Cardew und Michael Parsons gründete er 1969 das Scratch Orchestra.



Diesem kurzlebigen Grossorchester gehörten bis zu dessen Ende 1974 Musiker wie Brian Eno, Christopher Hobbs, David Jackman, Eddie Prévost, John Tilbury, Keith Rowe, Lou Gare, Michael Nyman und andere an. Musik dieser Formation erschien unter dem Titel "The Great Learning" (Deutsche Grammophon, 1971) auf einer LP sowie später auf der 10"-EP "London, 1969" (Die Stadt, 1999).

 

Das Avantgarde-Orchester fiel wegen politischen Differenzen sowie wegen Spannungen zwischen den klassisch ausgebildeten und den übrigen Musikern auseinander. Der selbe Musikerkreis hatte sich auch unter der Leitung von Keith Rowe im Music Now Ensemble 1969 versammelt.

 

Ein Konzertmitschnitt von einem Auftritt am 4. Mai 1969 in London wurde später auf der CD "Silver Pyramid" (Matchless, 2001) veröffentlicht. Obwohl er kein typischer Vertreter der Minimal Music darstellte, wurde Howard Skempton er in diesen Kreisen sehr beliebt, weil seine Kompositionen sehr einfach gehalten waren.

 

Insgesamt schrieb er über 300 Werke, darunter solche für Orchester, kleinere Besetzungen oder Soloinstrumente. Dazu komponierte Skempton Ballett-, Vokal- und Chormusik. Sein fast 13 Minuten langes Orchesterwerk "Lento" wurde vom BBC Symphony Orchestra unter Mark Wigglesworth eingespielt und auf einer CD-EP (NMC, 1991) sowie auf der CD "Ancora!" (NMC, 1996)veröffentlicht, die auch Werke von Dominic Muldowney und Barry Guy enthielt. 

 

"Well, Well, Cornelius" (Sony Classical, 1996) zeigt John Tilbury (p) als Interpreten von 44 kürzeren Solopiano-Stücken, gewidmet Skemptons Mentor Cornelius Cardew. "Home And Abroad" (Content, 1997) bestand aus 32 Stücken für Akkordeon, gespielt von Skempton selber, sowie einem weiteren Werk, einem Duo für Piano (Björn Nilsson) und Vibraphone (Jerker Johansson).

 

"Surface Tension" (Mode, 1998) umfasste ebenfalls kürzere Stücke aus den Jahren 1969 bis 1993. Mehrheitlich sind es Werke für Soloinstrumente (Klavier, Akkordeon, Oboe) oder Gesang mit Begleitung. Interpretiert wurden sie von Mitgliedern des Ensembles HCD Productions, Sarah Leonard (soprano) sowie vom Komponisten am Akkordeon selber. 

 

Die Birmingham Contemporary Music Group und das Vokalensemble Exaudi waren die Interpreten von Skempton-Kompositionen auf der CD "Ben Somewhen - Choral And Chamber Music" (NMC, 2007). Der Pianist Steffen Schleiermacher spielte für die CD "British!" (MDG, 2011) neben Stücken von Skempton auch solche von Richard Emsley, Michael Finnissy und Laurence Crane ein.

 

Das Ensemble Kingston Bell Ringers nahm das rund 16-minütige Stück "Five Rings Triples" (NMC, 2012) auf. Es wurde im DL-Format zugänglich gemacht. Für die CD "Adelaide Town Hall" (GB, 2016) stellte das Adelaide Symphony Orchestra Skemptons Werk "Lento" Kompositionen von Gavin Bryars und Arvo Pärt gegenüber. 

 

Auf der Avantgarde Music-Webseite UbuWeb findet sich der 26-minütige Free-DL-Track "Howard Skempton's Cardew Retrospective", aufgezeichnet im Rahmen einer BBC-3-Radio-Dokumentation über Cornelius Cardew von 2001. Auf der CD "The Rime Of The Ancient Mariner" (NMC, 2017) waren zwei je über 30-minütige Werke aufgeführt.

 

Sie wurden eingespielt von Roderick Williams (baritone), Christopher Yates (viola) sowie der Birmingham Contemporary Music Group unter Martyn Brabbins. Das Ensemble 360 veröffentlichte auf einer CD (First Hand, 2019) zwei mehrteiligte Werke und ein weiteres, einteiliges Werk von Skempton. "The Man Hurdy-Gurdy & Me" (Metier, 2020) enthielt 14 kürzere Einzelstücke, gespielt vom Ensemble Sirinu.

 

Auf "William Howard Plays Howard Skempton" (Orchid, 2020) ist der Pianist William Howard in 58 kurzen, suitenartig zusammengefassten Solostücken zu hören. Matthew Owens (org) tat das selbe für die Doppel-CD "Fifty Preludes And Fugues For Organ" (Resonus, 2024). Werke von Skempton fanden sich auf über 70 Schallplatten.       02/25

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