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Randy Weston

  • musicmakermark
  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit

Amerikanischer Jazz-Pianist, Komponist und Bandleader, geboren am 6. April 1926 in Brooklyn, New York. Nach einer musikalischen Ausbildung spielte er zuerst in R&B-Orchestern und später sozusagen als Hauspianist im Restaurant seines Vaters, wo Leute wie George Hall, Art Blakey, Eddie Vinson, Kenny Dorham oder Cecil Payne ein- und ausgingen.



Am 27. April 1954 nahm er im Duo mit Sam Gill (b) eine Hommage an Cole Porter auf, die als 10"-Album unter dem Titel "Cole Porter In A Modern Mood" (Riverside, 1955) erschien. Danach spielten Weston und Gill mit Art Blakey (dm) "The Randy Weston Trio" (Riverside, 1955) und "Trio And Solo" (Riverside, 1957) ein.

 

Später folgte mit G.T. Hogan (dm) anstelle von Blakey "Get Happy" (Riverside, 1956). Auf "With These Hands" (Riverside, 1956) waren neben Weston und Hogan Ahmed-Abdul Malik (b) und teilweise Cecil Payne (bars) zu hören. Tracks dieser vier Alben erschienen später unter dem Titel "Zulu" (Milestone, 1997) auf einer Doppel-LP.

 

Ebenfalls "Zulu" (Jazzland, 1980) hiess später ein Zusammenschnitt der beiden LPs "The Randy Weston Trio" und "Randy Weston Trio And Solo". Die beiden Alben "Cole Porter In A Modern Mood" und "Trio And Solo" wurden unter dem Titel "Solo, Duo & Trio" (Milestone, 2000) auf einer CD zusammen wiederveröffentlicht.

 

Im Oktober 1956 nahmen Weston, Payne und Malik mit Al Dreares (dm) "Jazz à la Bohemia" (Riverside, 1957) auf. Diese LP enthielt auch Soloaufnahmen von Weston und Duo-Tracks mit Malik. "How High The Moon" (Dawn, 1957) waren Aufnahmen, die Weston mit Hilfe von Ray Copeland (tp), Cecil Payne (as, bars), Ahmed-Abdul Malik (b), Wilbert Hogan bzw. Willie Jones (dm) realisiert hatte.

 

"Piano à la mode" (Jubilee, 1957) war eine Triosession mit Peck Morrison (b) und Conny Kay (dm). "New Faces At Newport" (Metro Jazz, 1958) entstand live am 5. Juli 1958 am Newport Jazz Festival mit Jamil Nasser alias George Joyner (b) und Wilbert G.T. Hogan (dm).

 

Im Oktober 1958 realisierte er mit Ray Copeland oder Idrees Sulieman (tp), Melba Liston (tb, arr), Johnny Griffin (ts), Jamil Nasser (b) und Charlie Persip (dm) das Album "Little Niles" (UA, 1959) hiess. Seine Bekanntschaft mit der Posaunistin und Arrangeurin Melba Liston wurde zu einem wichtigen Ereignis in der Karriere von Randy Weston.

 

Sie machte ihn auf die afrikanischen Wurzeln des Jazz aufmerksam und arrangierte Aufnahmen, die Weston mit grösseren Orchestern einspielte. Vorerst folgten zwei LPs mit mittelgrossen Ensembles. Für "Destry Rides Again" (UA, 1959) holte Weston Slide Hampton (tb), Renny Green (tb), Melba Liston (tb), Frank Rehak (tb), Peck Morrison (b), Elvin Jones (dm) und Willie Rodriguez (perc) ins Studio.

 

"Live At The Five Spot" (UA, 1960) entstand am 26. Oktober 1959 mit Coleman Hawkins (ts), Kenny Dorham (tp), Wilbur Little (b), Clifford Jarvis oder Roy Haynes (dm) und in einem Track mit Brock Peters (vcl). Ausschnitte aus den drei "United Artists"-Alben wurden später unter dem Titel "Little Niles" (Blue Note, 1976) auf einer Doppel-LP zusammengefasst.

 

Ein Schlüsselwerk von Weston und Liston und deren Zuwendung zu den afrikanischen Wurzeln war die im November 1960 eingespielte Suite "Uhuru Africa" (Roulette, 1961). Im prominent besetzten Grossorchester fanden sich Clark Terry, Benny Bailey und Freddie Hubbard (tp), Silde Hampton (tb), Yusef Lateef (ts, fl, oboe), Kenny Burrell (g), Ron Carter (b) oder Max Roach (dm).

 

Nach dieser Doppel-LP wurden die Formationen von Weston wieder etwas kleiner. In Grössen zwischen Tentett und Trio entstanden bis Ende der 1960er Jahre ein halbes Dutzend weitere Alben.


In den 1960er Jahren hatte Randy Weston mit Nina Simone (vcl), Lionel Hampton (vib), Abdul Ahmed-Malik (b) und anderen Reisen nach Nigeria (1961, 1963) sowie mit unter anderen Clifford Jordan (ts), Ed Blackwell (dm) und Chief Bey (perc) eine Tournee durch ganz Afrika (1967) unternommen.

 

Im Anschluss daran liess er sich für sechs Jahre in Tanger, Marokko, nieder, wo er den The African Rhythm Club gründete und 1972 das "Festival Of American, African And Moorish Music" organisierte.  Aus jener Zeit stammen "Blue Moses" (CTI, 1972) und "Tanjah" (Polydor, 1973), zwei weitere Aufnahmen mit grösseren Orchestern.

 

Darauf kehrte er für kurze Zeit in die USA zurück, um sich 1974 für längere Zeit in Frankreich anzusiedeln. Ein Auftritt mit Billy Harper (ts, fl), William Allen (b), Don Moye (dm, perc) und Steve Berrios (perc) am Jazzfestival Montreux Anfang Juli 1974 erschien als "Carnival" (Arista/Freedom, 1974).

 

Bis 1980 entstanden in Europa zudem mehrere Solo-LPs wie "Informal Piano Solo" (High Fly, 1974), "Blues To Africa" (Freedom, 1975), "African Nite/Nuit Africain" (Enja, Owl und Inner City, 1975), "African Rhythms" (Chant du Monde, 1975), "Randy Weston Meets Himself" (Pausa, 1977), "Rhythms And Sound" (Cora, 1978) und "The Healers" (Cora, 1980).

 

Dazu nahm er "Perspective" (Denon, 1976), eine Duo-LP mit Vishnu Bill Wood (b), auf. Dann geriet Weston in Vergessenheit. 1983 veröffentlichte der in der modernen E-Musik tätige Bariton und Labelbesitzer Thomas Buckner auf seinem "1750 Arch"-Label die Solo-LP "Blue".

 

Diese Aufnahmen sowie neue Soloaufnahmen von 2001 wurden später unter dem Titel "Ancient Future/Blue" (Mutable, 2002) auf dem neuen Label von Buckner Doppel-CD (wieder) veröffentlicht. Erst gegen Ende der 1980er Jahre wurde man wieder auf ihn aufmerksam.  Zuerst dank der Duo-LP "The Healers" (Black Saint, 1987) mit David Murray (ts).

 

Dann erschien die Triologie "Well You Needn't: Portraits Of Thelonious Monk", "Caravan: Portraits Of Duke Ellington" und "The Last Day: Self Portraits" (alle Verve, 1990). Begleitet wurde er bei den Aufnahmen an drei aufeinander folgenden Tagen (3. bis 5. Juni 1989) von Jamil Nasser (b), Idris Muhammed (dm) und Eric Asante (perc).

 

Darauf folgte in den 1990er Jahren eine ganze Reihe von Aufnahmen in unterschiedlichen Besetzungen. Auf der Doppel-CD "The Spirit Of Our Ancestors" (Verve, 1992) knüpfte er an die "Uhuru Africa"-Periode an. Am 17. September 1992 liess Weston im Ballroom des "La Mamounia"-Hotels in Marrakesch, Marokko, einen Auftritt einer Gruppe von Gnawa-Meistertrommlern aufnehmen.

 

Weston selber ist auf dieser als "The Splendid Master Gnawa Musicians Of Morocco" (Verve/Gitane, 1994) nur in einem, rund achtminütigen Track zu hören. Elf Tage später entstand am selben Ort die Solo-Aufnahme "Marrakech In The Cool Of The Evening" (Verve/Gitanes, 1994).

 

Es folgten bis zu seinem Tod weitere Aufnahmen in unterschiedlich grossen Besetzungen. Auf "Mosaic" kam 2004 die 3-CD-Box "Released & Unreleased 1957-1963" heraus, welche die Zeitspanne zwischen den ersten Aufnahmen von 1957 bis 1963 abdeckte.

 

2010 erschien Westons Autobiografie "African Rhythms". "The Roots Of The Blues" (Sunnyside, 2013) hiess eine Duo-CD mit Billy Harper (ts). "The Complete Recordings of Randy Weston: 1955 – 1957" und "The Complete Recordings of Randy Weston: 1958 – 1960" (beide Enlightenment, 2016) waren zwei 3-CD-Sets mit je sechs frühen Alben.

 

Soloaufnahmen von Auftritten 1985 in Toronto und 1993 in Edmonton kamen zusammen unter dem Titel "Solo Piano... Live" (Hi Hat, 2017) heraus.  "Six Classic Albums" (Real Gone, 2016) erstreckte sich über 4 CDs. Randy Weston starb am 1. September 2018, 92-jährig in Brooklyn, New York City, wo er lebte.                                                         04/25

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