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Sunny Murray

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Amerikanischer Free Jazz-Schlagzeuger und Bandleader, geboren am 21. September 1936 in Idabel, Oklahoma, und aufgewachsen in Philadelphia als James Marcellus Arthur Murray Jr.. 1957 zog Murray nach New York City, wo er Rocky Boyd begleitete. Dieser führte ihn in die Welt des Bebop ein.



Er traf dort auf Musiker wie Jackie McLean, Duke Jordan, Doug Watkins, Ted Curson, Donald Byrd oder James Moody. Dank Jimmy Lyons wurde Murray 1959 Mitglied der Gruppe von Cecil Taylor (p). Seine ersten Aufnahmen mit dem Pianisten machte er am 12./13. Oktober 1960.

 

An diesen Tagen nahm Cecil Taylor mit Archie Shepp (ts), Buell Neidlinger (b) sowie seinem bisherigen Schlagzeuger Denis Charles "The World Of Cecil Taylor" (Candid, 1960) auf. Murray kam nur in zwei Titeln zum Einsatz, die erst später als Bonustracks bei der Wiederveröffentlichung unter dem Titel "Air" (Barnaby, 1971) mitgeliefert wurden.

 

CT zog Murray bis Anfang der 1960er Jahre und auch später zu weiteren Aufnahmesessins bei. Nachfolger von Murray bei CT wurde Andrew Cyrille. Sunny Murray machte Aufnahmen mit Archie Shepp And The New York Contemporary Five und wechselte 1964 in die Band von Albert Ayler, der sich zur selben Zeit wie Taylor, Lyons und Murray in Europa aufgehalten hatte.

 

Am 24. Februar 1964 machte Sunny Murray als Sideman von Ayler in New York erstmals Aufnahmen, bei denen Henry Grimes (b) und Call Cobbs (p) als weitere Musiker mitwirkten. Diese Session, bei der Negro-Spirituals intoniert wurden, kam erst im Jahr nach Aylers Tod unter dem Titel "Swing Low Sweet Spiritual" (Osmosis, 1971) erstmals heraus.

 

Gleichentags spielten Ayler, Murray und Grimes mit Earle Henderson (b) und Norman Howard (tp) "Spirits" (Debut, 1964) ein. Wie viele Ayler-Alben wurden die Aufnahmen später unter diversen Titeln mehrfach wiederveröffentlicht.

 

Noch 1964 engagierte Ayler den bisher bei Paul Bley tätigen Bassisten Gary Peacock, der Ron Carter bei Miles Davis hätte ersetzten sollen. Sunny Murray und Gary Peacock bildeten die langlebigste Rhythmusgruppe von Ayler. Murray absolvierte als Begleiter von Albert Ayler bis zu dessen Tod 1970 eine ganze Reihe von weiteren Aufnahmesessions und Konzerte.

 

Im November 1965 konnte Sunny Murray mit Musikern aus dem Kreis um Taylor und Ayler seine ersten LP unter eigenem Namen einspielen. Sie hiess "Sunny's Time Now" (Jihad, 1965) erschien vorerst aber nur in einer limitierten Auflage sowie später als rare Japan-Pressung.

 

Als Mitmusiker agierten Don Cherry (p-tp), Albert Ayler (ts), Henry Grimes und Lewis Worrell (beide b) sowie auf einem Stück LeRoi Jones alias Amiri Baraka (poetry). Ende Juli 1966 spielte Murray mit Jack Graham und Byard Lancaster (as), Jacques Coursil (tp) sowie Alan Silva (b) die LP "Sunny Murray" (ESP, 1966) ein.

 

1969 hielt sich Murray in Frankreich auf, wo weitere Alben realisieren konnte. "Big Chief" (Pathé, 1969) entstand im Januar 1969 mit Kenneth Terroade (ts), Ronnie Beer (as), Bernard Vitet (tp), Becky Friend (fl), François Tusques (p), Alan Silva (vio), Beb Guérin (b) und Hart LeRoy Bibbs (poetry).

 

Dieses Ensemble war mit Michel Portal (bcl, tarogato) an Stelle von Beer sowie mit Ambrose Jackson als zweiter Trompeter an Stelle von Friend im Dezember 1968 davor auch bei Radio France aufgetreten. Der Mitschnitt erschien erst später unter dem Titel "Sunny Murray" (Shandar, 1971).

 

"Sunshine" (BYG, 1969) vom August 1969 zeigt Murray mit Kenneth Terroade (ts) und Malachi Favors (b) als Kerntruppe. In einem Track kamen noch Archie Shepp (ts), Lester Bowie (tp), Dave Burrell (p) und Alan Silva (b) dazu, in einem weiteren Arthur Jones und Roscoe Mitchell (as) sowie erneut Dave Burrell (p). Ein dritter Track entstand nur mit dem Stammtrio.

 

Im August 1969 nahm er mit einem zwölf- bzw. achtköpfigen Ensemble bestehend aus exilierten US-Free Jazzern die Alben "Sunshine" (BYG, 1969) und "Hommage To Africa" und (BYG, 1970) auf. Dabei machten unter anderem Roscoe Mitchell (as, fl), Lester Bowie (tp, flh), Malachi Favors (b), Jeanne Lee (vcl), Grachan Moncur III und Clifford Thornton (tb) oder Archie Shepp (ts) mit.

 

Ende November 1969 folgten die Aufnahmen zu "An Even Break (Never Give A Sucker)" (BYG, 1970) mit Byard Lancaster (as, ss, bcl, fl), Kenneth Terroade (ts, fl) und Malachi Favors (b). Sunny Murray & The Untouchable Factor hiess eine Gruppe von Murray mit Byard Lancaster (as), Dave Burrell (p) und Bob Reid (b), von der "Charred Earth" (Kharma, 1977) erschien.

 

Auf "Apple Cores" (Philly Jazz Inc., 1978), der zweiten LP unter diesem Gruppennamen, bestand das Ensemble unter anderem aus Monnette Sudler (g), Don Pullen (p), Cecil McBee (b) und anderen Musikern. Unter dem Namen von Murray, Malachi Favors (b) und Cheikh Tidiane Fall (perc) erschien "African Magic" (Circle, 1979).

 

Auf der im selben Jahr aufgenommenen LP "Live At Moers Festival" (Moers Music, 1979) wurde das selbe Trio, das sich nun Sunny Murray Trio nannte, mit David Murray (ts, bcl) zum Quartett erweitert.

 

Unter dem Namen von Sunny Murray als Leader oder Co-Leader sowie von seinen Gruppen Jimmy Lyons & Sunny Murray Trio, Sunny Murray & The Untouchable Factor, Sunny Murray Quintet, Sunny Murray Spiritual Ensemble und Sunny Murray Trio kamen gesamthaft über 50 Aufnahmen heraus.

 

Sunny Murray starb am 7. Dezember 2017 in Paris, 81-jährig. Weitere Aufnahmen hatte er mit Leadern oder Gruppen wie Dave Burrell, Archie Shepp, Clifford Thornton, Gunter Hampel And His Galaxie Dream Band, Keshavan Maslak, David Eyges, Billy Bang, David Murray, Khan Jamal, The Reform Art Unit, Assif Tsahar, Louie Belogenis und anderen gemacht.  12/24

 

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